ES BRAUCHT DISRUPTIVE INNOVATIONEN,
UM WACHSTUM ZU SCHAFFEN
ES BRAUCHT DISRUPTIVE INNOVATIONEN,
UM WACHSTUM ZU SCHAFFEN
Die Veränderung des Mindsets und New Leadership – die Generation „Z“ hat Ansprüche
Die Anpassung an exponentiell wachsende Technologien und die globale Konkurrenz kann allerdings nur über eine Veränderung im Management-Mindset in Unternehmen von statten gehen. Der beispiellose Erfolg der Technologieunternehmen u.a. im Silicon Valley basiert auf folgenden kulturellen Merkmalen und einer neuen Leadership-Kultur, mit denen sich auch die „Generation Z“ identifiziert:
- Führen durch Vorbild
- Abkehr von Insignien der Macht
- Autonome Teams: der “Boss” ist out, der unternehmerisch mitdenkende Mitarbeiter ist in
- Förderung von smarten Talenten mit Potential
- Meritocracy statt Seniority, Reverse Mentoring und Orientierung an Trends der Youngster
- Wille zum permanenten Lernen, eine neue Fehlerkultur etablieren
- Emotionale Intelligenz
- Verantwortung für die Nachwelt
Dies sind elementare Führungs- und Kulturthemen, die die Unternehmen in Gang setzen sollte, denn die Talente wandern ab. Dabei sollte der Aufsichtsrat / Beirat beginnen, die traditionellen Anreiz- und Bonussysteme im Unternehmen zu überprüfen und dahingehend zu verändern, zu wieviel Wandel und Transformation die einzelne Führungskraft im Unternehmen persönlich beigetragen hat. Es braucht eine Veränderung der Unternehmenskultur und ein Verlassen der Komfortzone, damit innovative Ideen, die ein Faktorwachstum ermöglichen, gefördert und entwickelt werden.
Die Aufgaben, Unternehmen in die Zukunft zu führen, sind vielfältig und nicht leicht zu prognostizieren. Dabei leisten privatwirtschaftliche Unternehmen in Deutschland über 70% der Wertschöpfung. Ihnen kommt in der Transformationsphase die Schlüsselrolle zu. Eine Transformation in wachstumsstarke Segmente – die geheimen Weltmarktführer haben es vorgemacht und sind/waren in Nischenbereichen global überaus erfolgreich (vgl. Hermann Simon „Die Hidden Champions“, 2012).
Die Schnelligkeit des Handelns hat rapide zugenommen
Die Integration von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung spielt dabei bei der Transformation zum ganzheitlichen Anbieter und seiner Ökosysteme eine zentrale Rolle. Wir beobachten häufig folgendes Verhalten in tradierten Unternehmen:
Die Geschwindigkeit der Veränderung ist rasant. Früher hatte ein Unternehmen Jahre Zeit, um herauszufinden, wie es seine Produkte platzieren kann. Heute ist diese Zeitspanne auf Wochen und Monate geschrumpft, da KI und Digitalisierung neue Geschäftsmodelle und Umwälzungen enorm treibt.
Disruptive Innovationen und erfolgreiche Go-to-Market Strategien
Das Problem ist nicht, dass es an exzellenten Ideen mangelt – davon gibt genug. Das eigentliche Problem besteht darin, dass das Immunsystem des Unternehmens angegriffen wird, wenn man versucht, innerhalb eines traditionellen Unternehmens eine disruptive Innovation zu schaffen und man seine ganze Zeit damit verbringt, die Antikörper zu bekämpfen (vgl. Salim Ismael, „Exponential Organizations“). Mit einer disruptiven Innovation wird ein bestehender Markt durch eine neue Technologie erweitert. Beispiele für disruptive Innovationen sind z.B. Digitalfotografie, Streaming-Dienste, DocuSign und GoogleMaps.
Dabei stehen disruptive Innovationen im Zentrum einer dynamischen Wirtschaft, in der Unternehmen sich kontinuierlich neu erfinden müssen, um erfolgreich zu bleiben. Durch disruptive Innovationen haben Unternehmen die Möglichkeit, bestehende Märkte zu revolutionieren, neue Nischen zu entdecken und sich gezielt von Wettbewerbern abzuheben.
Disruptive Innovationen in Unternehmen fördern bedeutet, gezielt Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen bahnbrechende, marktverändernde Ideen entstehen und umgesetzt werden können. Solche Innovationen verdrängen oft bestehende Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle und schaffen völlig neue Märkte oder Wertschöpfungsketten. Unternehmen, die es versäumen, zielgerichtet disruptive Innovationen anzustreben, riskieren langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Allerdings tritt häufig das „Innovator’s Dilemma“ auf: Etablierte Unternehmen scheitern oft daran, disruptive Innovationen zu verfolgen, weil diese bestehende profitable Geschäftsmodelle bedrohen.
DIE SEMINARE AM INSTITUT FÜR
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, INNOVATION UND DIGITALISIERUNG:
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, INNOVATION UND DIGITALISIERUNG:
Tiefgreifende Veränderungen sind unbeliebt
Ohne Unterstützung durch den Aufsichtsrat und Beirat wird die Umsetzung nicht gelingen.
Die Führungskräfte von heute müssen zwei Dinge gleichzeitig tun:
- Die Reaktion des Immunsystems ihrer Organisation unterdrücken.
- Neue Ideen und Geschäftsmodelle finden, die ein Unternehmen um das 10-fache wachsen lassen.
Nehmen wir das Beispiel Apple: 2012 wurden 80 % des Apple-Umsatzes mit Produkten erzielt, die weniger als 4 Jahre alt waren. Apple hat sich selbst mit dem iPhone „zerstört“, indem der iPod überflüssig wurde – dafür wurde ein viel größerer Markt erobert.
Wie wurde Innovation gefördert?
- Selbstbewusste Kannibalisierung: Der Mut, ein erfolgreiches Produkt (iPod) selbst zu verdrängen.
- Fokus auf Benutzererlebnis: Nicht nur Technik, sondern Design, intuitive Nutzung und App-Ökosystem standen im Zentrum.
- Strikte Geheimhaltung & Fokus: Kleine Teams, radikale Entscheidungen, volle Unterstützung durch das Top-Management.
Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass Unternehmen kontinuierlich in disruptive Innovationen investieren und so ihre Zukunftsfähigkeit sichern. Dies wird aber nur funktionieren, wenn Unternehmen offen dafür sind, sich neu zu erfinden, sich permanent zu hinterfragen und sich auf den Innovationsweg begeben, der mitunter auch Rückschläge beinhaltet.
Ein weiteres Vorzeige-Beispiel von disruptiver Innovation ist Airbnb:
Airbnb hat den Reisemarkt disruptiv verändert, indem es Privatpersonen weltweit ermöglichte, ihre Wohnungen oder Zimmer als Unterkünfte anzubieten – flexibel, persönlich und oft günstiger als Hotels. Der Ausgangspunkt war: Zwei Gründer wollten einfach Luftmatratzen an Gäste während einer Messe in San Francisco vermieten. Daraufhin haben sie eine digitale Plattform geschaffen, die Angebot und Nachfrage weltweit effizient verbindet – ohne selbst Vermieter zu sein.
Im Zentrum der Innovation steht ein stark nutzerzentriertes Plattformmodell, das Reisenden individuelle Erlebnisse bietet. Die einfache Bedienbarkeit der App, transparente Bewertungen und direkter Kontakt zu Gastgebern schaffen Vertrauen und Kontrolle für den Gast. Statt standardisierter Hotelleistungen erhalten Nutzer maßgeschneiderte Angebote, die auf ihre Bedürfnisse und Reisegewohnheiten zugeschnitten sind. Gleichzeitig berücksichtigt Airbnb auch die Gastgeberseite, indem es einfache Tools, Preisempfehlungen und Versicherungen anbietet – ein weiterer Beitrag zur Nutzerorientierung. Durch diese konsequente Ausrichtung auf den Kundennutzen (Customer Centricity) wurde ein neues Marktsegment geschaffen und das traditionelle Hotelgewerbe nachhaltig unter Druck gesetzt.
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KÜNSTLICHE INTELLIGENZ, INNOVATION UND DIGITALISIERUNG:
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Zusammenfassung und Key Learnings:
- Transformation gelingt nur, wenn der gemeinsame Wille der Eigentümer, des Aufsichtsrates und des Vorstandes / der Geschäftsführung ausgeprägt vorhanden ist. Es braucht eine Veränderung der Unternehmenskultur und ein Verlassen der Komfortzone, damit innovative Ideen, die ein Faktorwachstum ermöglichen, gefördert werden.
- Die notwendige Änderung der Anreizsysteme in den Organisationen unterstützt diesen Wandel erheblich. Estée Lauder bonifiziert seine Führungskräfte darin, was jeder Einzelne persönlich zum Wandel der Organisation beigetragen hat. Zudem benötigt es einen neuen Leadership-Stil.
- Reine Transformation beschäftigt sich mit disruptiven Innovationen. Alles andere sind Umstrukturierungen, die ihre Berechtigung haben, nur Schaffen sie kein exponentielles Wachstum.
- Nur mit disruptiven Innovationen lassen sich Geschäftsmodelle aufbauen, die nicht nur bestehende Märkte verändern, sondern auch neue Märkte schaffen. Diese Innovationen tragen dazu bei, bestehende Branchen zu revolutionieren und neue Wertschöpfungsketten zu erschließen. Der Einsatz von KI wird dabei radikale Veränderungen herbeiführen.
Über den Autor:
Michael Kieppe hat als CEO von Kaffee Partner eine der größten B2B-Vertriebsorganisationen in der DACH-Region geführt. Er war als Geschäftsführer von Selecta für die Länder DE & AT verantwortlich. Bei Sixt leitete er den internationalen Vertrieb. Er bekleidete Führungs- und Beratungspositionen bei Bertelsmann, Vamed, Celerant Consulting und Cap Gemini Ernst & Young. Durch seine Tätigkeit in Familienunternehmen sowie in Portfolio-Unternehmen von KKR, Capvis & Partners Group kennt er vielfältige Unternehmenskulturen und Geschäftsmodelle. Derzeit ist er in drei Beiräten aktiv und beschäftigt sich mit Transformational Leadership & unternehmerischen Wandel. Er arbeitet als Unternehmensberater für Wachstumsprojekte, ist Gründungsmitglied von NextGenBoard und Dozent an der Steinbeis Business School. Seit 2024 ist er Leiter der Starnberger Seegespräche.

















